Anheften An meinem ersten richtigen Herbsttag in der neuen Wohnung stand ich vor einem Korb überreifer Tomaten vom Markt und wusste nicht, wohin damit. Der Regen trommelte gegen die Fenster, und mir war nach etwas Warmem, Samtigen. Ich erinnerte mich an eine Suppe, die meine Nachbarin einmal erwähnt hatte, mit einem grünen Wirbel obendrauf. Ohne Rezept begann ich einfach, die Tomaten zu schneiden, und das Aroma füllte die ganze Küche. So wurde diese Suppe zu meinem Regentag-Ritual.
Ich habe diese Suppe einmal für Freunde gemacht, die spontan vorbeikamen. Niemand erwartete viel, aber als ich die Schüsseln mit dem grünen Pestostreifen servierte, wurde es plötzlich still am Tisch. Jemand murmelte etwas von Restaurant-Qualität, und ich musste lachen, weil ich die Tomaten fast weggeworfen hätte. Seitdem ist es mein Geheimrezept für unangekündigten Besuch.
Zutaten
- Olivenöl (2 EL für die Suppe): Gutes Olivenöl macht den Unterschied, es gibt der Basis eine seidige Tiefe, die man schmeckt.
- Zwiebel (1 mittelgroße, fein gehackt): Sie schmilzt beim Braten fast weg und gibt der Suppe eine sanfte Süße, die die Säure der Tomaten ausgleicht.
- Knoblauchzehen (2, gehackt): Nur eine Minute anbraten, sonst wird er bitter, aber dieser kurze Moment bringt so viel Aroma.
- Reife Tomaten (1 kg, gehackt, oder 800 g Dosentomaten): Reife Tomaten sind süßer und fruchtiger, aber Dosentomaten funktionieren genauso gut und sparen Zeit.
- Tomatenmark (2 EL): Es konzentriert den Tomatengeschmack und gibt der Suppe eine tiefere Farbe, die einfach schöner aussieht.
- Gemüsebrühe (750 ml): Selbstgemachte ist toll, aber gute Brühe aus dem Glas tut es auch, achte nur darauf, dass sie nicht zu salzig ist.
- Zucker (1 TL): Er nimmt die Säure raus, ohne dass die Suppe süß schmeckt, das ist ein kleiner Trick, den ich von meiner Oma gelernt habe.
- Salz und Pfeffer (1 TL Salz, ¼ TL Pfeffer): Immer erst am Ende abschmecken, weil die Sahne auch noch dazukommt und alles verändert.
- Sahne (100 ml): Sie macht die Suppe samtig und rundet alles ab, für vegane Versionen nimmt man Kokosmilch, die gibt einen feinen exotischen Touch.
- Frische Basilikumblätter (25 g): Nur frisches Basilikum für das Pesto, getrocknetes funktioniert hier überhaupt nicht.
- Pinienkerne (30 g): Sie geben dem Pesto eine nussige Cremigkeit, Walnüsse sind günstiger und schmecken auch gut, nur etwas kräftiger.
- Knoblauchzehe (1 kleine für Pesto): Weniger ist mehr, sonst dominiert der Knoblauch das zarte Basilikum.
- Parmesan (40 g, gerieben): Er macht das Pesto salzig und würzig, nimm guten Parmesan, du schmeckst den Unterschied.
- Natives Olivenöl extra (60 ml für Pesto): Hier lohnt sich wirklich gutes Öl, es ist die Basis des Pestos und trägt den Geschmack.
Zubereitung
- Zwiebeln glasig braten:
- Erhitze das Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze und gib die gehackte Zwiebel hinein. Lass sie etwa 5 Minuten weich werden, bis sie durchsichtig ist und die Küche nach Wärme riecht.
- Knoblauch anrösten:
- Rühre den gehackten Knoblauch unter und lass ihn nur eine Minute brutzeln, bis du den intensiven Duft wahrnimmst. Pass auf, dass er nicht braun wird, sonst schmeckt die Suppe bitter.
- Tomaten einkochen:
- Gib die gehackten Tomaten und das Tomatenmark dazu und lass alles 5 Minuten köcheln, dabei gelegentlich umrühren. Die Tomaten fangen an zu zerfallen und verbinden sich mit der Zwiebelbase.
- Suppe köcheln lassen:
- Gieße die Gemüsebrühe dazu, würze mit Zucker, Salz und Pfeffer, und bring alles zum Kochen. Reduziere die Hitze und lass die Suppe 20 Minuten ohne Deckel sanft köcheln, damit sich die Aromen vereinen.
- Pesto zubereiten:
- Während die Suppe köchelt, gib Basilikum, Pinienkerne, Knoblauch und Parmesan in eine Küchenmaschine und mixe kurz. Lass dann das Olivenöl langsam einlaufen, bis eine glatte, grüne Paste entsteht, und schmecke mit einer Prise Salz ab.
- Suppe pürieren:
- Wenn die Suppe fertig ist, püriere sie mit einem Stabmixer direkt im Topf, bis sie seidig glatt ist. Falls du einen Standmixer benutzt, arbeite in Portionen und pass auf heiße Spritzer auf.
- Sahne einrühren:
- Rühre die Sahne unter und schmecke nochmal ab, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt. Lass die Suppe warm werden, aber bring sie nicht mehr zum Kochen, sonst könnte die Sahne ausflocken.
- Anrichten und servieren:
- Schöpfe die Suppe in Schüsseln und gib mit einem Löffel etwas Pesto in die Mitte. Zieh mit einem Zahnstocher oder der Löffelspitze einen Wirbel, das sieht wunderschön aus und schmeckt bei jedem Löffel mit.
Anheften Es gab einen Abend, an dem ich diese Suppe meiner Mutter servierte, die sonst immer skeptisch bei neuen Gerichten ist. Sie löffelte schweigend, probierte das Pesto, nickte langsam und sagte dann nur: Das ist gut. Für sie war das ein Ritterschlag, und seitdem koche ich die Suppe jedes Mal, wenn sie zu Besuch kommt.
Die Suppe hält sich im Kühlschrank etwa drei Tage in einem luftdichten Behälter. Das Pesto bewahre ich separat auf, am besten in einem kleinen Glas mit etwas Olivenöl obendrauf, damit es schön grün bleibt. Beim Aufwärmen einfach die Suppe sanft erhitzen und das Pesto frisch draufgeben, so schmeckt es fast wie frisch gekocht. Einfrieren geht auch, aber die Sahne kann sich beim Auftauen manchmal trennen, dann einfach nochmal gut durchrühren.
Variationen, die ich ausprobiert habe
Einmal habe ich geröstete rote Paprika mit den Tomaten gekocht, das gab eine süßliche, rauchige Note, die überraschend gut ankam. Eine Freundin macht die Suppe mit Kokosmilch statt Sahne und lässt den Parmesan weg, das ist dann vegan und schmeckt leicht exotisch. Ich habe auch schon Chili-Flocken ins Pesto gemischt, für einen kleinen Kick, der besonders an kalten Tagen schön wärmt. Manchmal röste ich die Pinienkerne vorher kurz in der Pfanne, das macht das Pesto nussiger und aromatischer.
Was dazu passt
Diese Suppe schreit geradezu nach knusprigem Baguette oder geröstetem Sauerteigbrot, am besten noch warm mit Butter. Ein gegrilltes Käsesandwich zum Eintunken ist pure Kindheitsnostalgie und macht aus der Suppe ein richtiges Soulfood-Essen. Ich serviere manchmal einen einfachen grünen Salat dazu, mit Zitronendressing, das gibt einen frischen Kontrast zur Cremigkeit.
- Knuspriges Brot oder Baguette zum Dippen macht jeden Löffel noch besser.
- Ein gegrilltes Käsesandwich verwandelt die Suppe in ein komplettes, gemütliches Essen.
- Ein leichter grüner Salat bringt Frische und Knackigkeit auf den Teller.
Anheften Diese Suppe ist wie eine warme Umarmung in einer Schüssel, und das Pesto macht daraus etwas Besonderes, ohne dass du dich anstrengen musst. Ich hoffe, sie wärmt dich genauso wie mich an grauen Tagen.